Grundlagen

Squash verstehen

Squash ist schnell zu lernen und schwer auszureizen. Auf dieser Seite steht alles, was man für die ersten Spiele wirklich braucht — in einfachen Worten, ohne Regelwerk-Paragraphen.

2Spieler
11Punkte pro Satz
3 von 5Sätzen gewinnen
1Ball, 4 Wände

Worum es geht

Zwei Spieler stehen gemeinsam in einem geschlossenen Raum und schlagen abwechselnd denselben Ball gegen die Frontwand. Es gibt kein Netz und keine getrennten Spielfeldhälften — beide nutzen dieselbe Fläche. Genau daraus entsteht der besondere Charakter des Spiels: Man kämpft nicht nur um den Ball, sondern auch um den Platz.

Ein Ballwechsel läuft so ab: Nach dem Aufschlag muss jeder Spieler den Ball so an die Frontwand spielen, dass er oberhalb des Tin und unterhalb der Out-Linie auftrifft. Der Ball darf vorher oder danach beliebig viele Seitenwände oder die Rückwand berühren — nur den Boden darf er vor der Frontwand nicht treffen.

Der Gegner muss den Ball nehmen, bevor er zum zweiten Mal den Boden berührt. Er darf ihn also direkt aus der Luft spielen (Volley) oder nach einem Aufsprung. Wer das nicht schafft, verliert den Punkt.

Und weil beide in derselben Fläche stehen, gilt eine zentrale Idee: Der Gegner braucht freien Zugang zum Ball. Wer den Weg blockiert, wird bestraft. Das ist der Kern der Regeln — und der Grund, warum die Mitte des Courts so wertvoll ist.

Das Grundprinzip in einem Satz

Spiele den Ball so, dass dein Gegner weit laufen muss und du selbst kurz — und stelle dich dabei nicht in seinen Weg.

Der Court

6,40 × 9,75 Meter — und jede Linie hat einen Sinn

Wer die Linien kennt, versteht Regeln und Taktik viel schneller. Links der Blick von oben, rechts die Frontwand.

Grundriss: 6,40 m breit, 9,75 m lang, kurze Linie, Halbcourt-Linie, zwei Aufschlagfelder und die T-Position in der Mitte
Frontwand: Out-Linie bei 4,57 m, Aufschlaglinie bei 1,78 m, Tin bei 0,48 m Höhe
Die wichtigsten Maße und Linien
ElementMaßBedeutung im Spiel
Spielfläche6,40 m × 9,75 mFür Einzel. Beide Spieler nutzen die gesamte Fläche gemeinsam.
Tin0,48 m HöheDas Blech unten an der Frontwand. Trifft der Ball es oder darunter, ist der Punkt verloren.
Aufschlaglinie1,78 m HöheDer Aufschlag muss die Frontwand oberhalb dieser Linie treffen.
Out-Linie vorn4,57 m HöheDarüber ist der Ball aus. Die Linie selbst gehört zum Aus.
Out-Linie hinten2,13 m HöheAn der Rückwand liegt die Grenze deutlich tiefer — hier fliegen viele Bälle raus.
Kurze Linie5,44 m von der FrontwandTrennt Vorder- und Rückfeld. Der Aufschlag muss dahinter landen.
Aufschlagfeld1,60 m × 1,60 mBeim Aufschlag muss ein Fuß darin stehen.
T-PositionKreuzung der MittellinienKeine offizielle Regel, aber der wichtigste Ort im Squash: die ideale Ausgangsposition.
Vereinfachte Regelkunde

Die Regeln, die man wirklich braucht

Aufklappen und lesen. Das offizielle Regelwerk ist deutlich umfangreicher — für Freizeit- und Ligaspiel bis Bezirksliga reicht dieser Kern vollständig aus.

Wer aufschlägt, wird zu Beginn ausgespielt — üblich ist Schlägerdrehen. Danach gilt:

  • Ein Fuß muss beim Schlag im Aufschlagfeld stehen und darf die Linien nicht berühren.
  • Der Ball wird in die Luft geworfen und geschlagen, bevor er den Boden berührt.
  • Er muss die Frontwand über der Aufschlaglinie treffen.
  • Danach muss er im gegenüberliegenden Viertel landen, also hinter der kurzen Linie auf der anderen Seite — oder vorher direkt vom Gegner aus der Luft genommen werden.
  • Es gibt nur einen Aufschlagversuch. Kein zweiter wie im Tennis.
  • Solange man Punkte gewinnt, schlägt man weiter auf und wechselt dabei jedes Mal die Aufschlagseite. Nach einem verlorenen Punkt schlägt der Gegner auf.

Praxis-Tipp: Der sicherste Aufschlag ist hoch und weich an die Seitenwand, sodass der Ball in der hinteren Ecke abstirbt. Harte Aufschläge in die Mitte sind ein Geschenk.

Nach dem Aufschlag wird abwechselnd geschlagen. Ein Rückschlag ist gültig, wenn:

  • der Ball genommen wird, bevor er zum zweiten Mal den Boden berührt,
  • er die Frontwand oberhalb des Tin erreicht, bevor er den Boden berührt,
  • er dabei innerhalb der Out-Linien bleibt.

Seiten- und Rückwand dürfen beliebig oft genutzt werden — vor oder nach der Frontwand. Ein Ball über die Seitenwand an die Frontwand heißt Boast, das ist ein normaler Schlag und kein Trick.

Der Ball darf nur einmal getroffen werden, und der Schläger muss in einer Hand bleiben. Ein Ball, der zweimal auf dem Schläger aufkommt (Doppelschlag), ist ungültig.

Der Punkt ist verloren, wenn der Ball:

  • eine Out-Linie berührt oder darüber auftrifft — die Linie gehört zum Aus,
  • das Tin oder die Wand darunter trifft,
  • zweimal aufspringt, bevor er geschlagen wird,
  • die Frontwand nicht mehr erreicht,
  • die Decke, eine Lampe oder Ähnliches berührt.

Achtung an der Rückwand: Dort liegt die Out-Linie bei nur 2,13 m. Zu hohe Bälle nach hinten fliegen schneller raus, als man denkt.

Heute wird nach Point-a-Rally gezählt: Jeder Ballwechsel bringt einen Punkt — unabhängig davon, wer aufgeschlagen hat.

  • Ein Satz geht bis 11 Punkte.
  • Bei 10:10 muss man mit zwei Punkten Unterschied gewinnen, also 12:10, 13:11 und so weiter.
  • Ein Match geht über drei von fünf Sätzen. Im Freizeitspiel sind zwei von drei Sätzen völlig üblich.
  • Zwischen den Sätzen sind 90 Sekunden Pause vorgesehen.

Ansage im Spiel: Der Aufschläger nennt zuerst seinen eigenen Stand, also „5–3“, wenn er 5 hat.

Zwei Personen, ein kleiner Raum, ein harter Ball und zwei Schläger — Sicherheit steht über allem.

  • Im Zweifel abbrechen. Wer nicht frei durchschwingen kann, ohne den Gegner zu treffen, muss stoppen und einen Let fordern. Das ist kein Nachteil, sondern die Regel.
  • Nie blind schlagen, wenn der Gegner im Weg steht.
  • Schutzbrille ist besonders für Einsteiger, Jugendliche und im Doppel dringend empfohlen. Augenverletzungen sind die einzige wirklich gefährliche Verletzung im Squash.
  • Nach dem eigenen Schlag Platz machen und Richtung Mitte gehen — nicht stehen bleiben.
Die zwei entscheidenden Begriffe

Let oder Stroke — einfach erklärt

Hier entstehen im Freizeitspiel fast alle Diskussionen. Die Grundidee ist aber ganz einfach: Der Gegner hat Anspruch auf freien Zugang zum Ball und auf einen freien Schwung.

Let

Ballwechsel wird wiederholt

Ein Let bedeutet: kein Punkt für niemanden, Aufschlag wird wiederholt. Er wird gegeben, wenn der Spieler behindert wurde, den Ball aber erreicht hätte und einen guten Rückschlag hätte spielen können.

  • Der Gegner steht im Laufweg, aber hat sich sichtbar bemüht, Platz zu machen.
  • Der Schwung wäre möglich gewesen, aber nicht ganz frei.
  • Der Ball trifft den Gegner auf dem Weg zur Frontwand, wobei der Rückschlag nicht klar gewinnbringend war.
  • Etwas Unvorhergesehenes stört: ein zweiter Ball auf dem Court, ein Zuruf von außen.
Stroke

Punkt für den behinderten Spieler

Ein Stroke bedeutet: Der behinderte Spieler bekommt den Punkt. Er wird gegeben, wenn die Behinderung den Spieler um eine klare Gewinnchance gebracht hat oder gar keine Bemühung erkennbar war, Platz zu machen.

  • Der Gegner macht keinen Versuch, aus dem Weg zu gehen — besonders auf der T-Position.
  • Der Spieler hätte den Ball direkt gewinnend spielen können, wurde aber blockiert.
  • Der Ball trifft den Gegner, obwohl er auf direktem Weg zur Frontwand gewesen wäre.
  • Der Spieler muss seinen Schwung abbrechen, um den Gegner nicht zu treffen.
Faustregel für das Freizeitspiel: War es dein Fehler, dass der andere nicht spielen konnte, und hätte er den Punkt gemacht — gib den Punkt. Warst du nicht schuld oder war der Ball noch offen — wiederholt den Ballwechsel. Ein fair gegebener Punkt ist immer besser als eine Diskussion, die das Spiel zerlegt.

Turning

Wenn ein Ball aus der Ecke kommt und der Spieler sich um den Ball herumdreht, um ihn zu spielen, entsteht eine besonders gefährliche Situation. Hier gilt: lieber Let fordern als schlagen. Sicherheit hat Vorrang, ein Let wird in dieser Lage großzügig gegeben.

Ball trifft den Gegner

Trifft der Ball den Gegner auf dem Weg zur Frontwand, gibt es einen Stroke für den Schläger — sofern der Ball die Frontwand erreicht hätte. Trifft er ihn auf einem Umweg über die Seitenwand, ist meist ein Let die richtige Entscheidung.

Wer entscheidet?

Im Freizeitspiel entscheiden die Spieler gemeinsam und sofort. Im Ligabetrieb gibt es einen Schiedsrichter oder das Prinzip der Selbstregelung. Ein Let wird durch klaren Zuruf „Let, please“ gefordert — und zwar unmittelbar, nicht drei Bälle später.

Etikette

Ungeschriebene Regeln

Squash lebt davon, dass man sich in einem engen Raum vertraut. Diese Punkte gehören in keinem Regelwerk ganz oben hin, entscheiden aber, ob man wieder eingeladen wird.

  • Den Ball nach dem Ballwechsel dem Gegner zum Aufschlag zuspielen, nicht wegkicken.
  • Kurz entschuldigen, wenn man den Gegner trifft oder behindert hat.
  • Vor dem Match gemeinsam einspielen und nach etwa der Hälfte die Seiten tauschen, damit beide Vorhand und Rückhand warm haben.
  • Nicht abrupt stehen bleiben, wenn der Gegner hinter dir zum Schlag ansetzt.
  • Handtuch und Getränk außerhalb des Courts lassen — Schweiß auf dem Boden ist die häufigste Rutschursache.
  • Nach dem Match Hand geben oder Schläger antippen. Klingt altmodisch, macht aber jeden Court freundlicher.

Was du zum Start brauchst

  • Schläger: Leihschläger reichen für die erste Zeit. Beim Kauf: 120–145 g, ausgewogen, offener Kopf ist fehlerverzeihender.
  • Ball: Für Einsteiger rot oder blau, später gelb, im Wettkampf doppelt gelb. Details unter Material & Bälle.
  • Schuhe: Hallenschuhe mit heller, nicht abfärbender Sohle und gutem Seitenhalt. Laufschuhe sind ungeeignet.
  • Schutzbrille: günstig, leicht, und die einzige echte Absicherung gegen Augenverletzungen.

Regeln verstanden — jetzt trainieren

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